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Historie - Geschichte der Vier Ringe

Markenprofile der Auto Union AG

  •  Horch
  •  Audi
  •  Wanderer
  •  DKW

Die Geschichte der Vier Ringe
(Kurzfassung)

Das Audi Signet - die 'Vier Ringe' - ist das Zeichen eines der ältesten Automobilhersteller in Deutschland. Es symbolisiert den 1932 vollzogenen Zusammenschluß von vier bis dahin unabhängigen Kraftfahrzeugherstellern: Audi, DKW, Horch und Wanderer. Sie sind die Wurzeln der heutigen AUDI AG.

 

Horch

Ende des 19. Jahrhunderts existierten in Deutschland bereits einige Firmen, die Automobile bauten. Eine davon hieß August Horch & Cie., gegründet am 14. November 1899 in Köln. August Horch war einer der Pionier- ingenieure der Kraftfahrzeugtechnik. Bevor er sich selbständig machte, hatte er unter anderem drei Jahre lang den Automobilbau bei Carl Benz in Mannheim geleitet.

1904 verlegte August Horch sein Unternehmen nach Zwickau und wandelte es in eine Aktiengesellschaft um. Doch bereits 1909 verließ August Horch das von ihm gegründete Unternehmen. Fortan wurde sein Wirken unter der Marke 'Audi' zum Begriff.

 

Audi

Die am 16. Juli 1909 von August Horch in Zwickau neu gegründete Firma durfte aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr seinen Namen tragen. Man wählte die Bezeichnung 'audi!' als lateinische Übersetzung des Wortes 'horch!'. Seit dem 25. April 1910 firmierte das zweite von August Horch gegründete Unternehmen daher unter dem Namen Audi Automobil- werke GmbH, Zwickau.

 

Wanderer

Die beiden Mechaniker Johann Baptist Winklhofer und Richard Adolf Jaenicke betrieben seit 1885 in Chemnitz eine Reparaturwerkstatt für Fahrräder. Kurze Zeit später begannen sie, die damals begehrten Zweiräder selber zu bauen, die alsbald unter dem Markennamen 'Wanderer' verkauft wurden. Seit 1896 lautete die Firmenbezeichnung Wanderer Fahrradwerke AG.

1902 wurde bei Wanderer das erste Motorrad gebaut. Der Gedanke, die Produktion auch um Automobile zu erweitern, wurde 1913 in die Tat umgesetzt. Ein für zwei Personen entworfener Kleinwagen mit der Bezeichnung 'Puppchen' eröffnete die Jahrzehnte währende Wanderer Automobilbau-Tradition.

 

DKW

Ursprünglich unter dem Namen Rasmussen & Ernst 1904 in Chemnitz gegründet, wurde das Unternehmen 1907 nach Zschopau im Erzgebirge verlegt. Hergestellt und vertrieben wurden zunächst Abdampfentöler für Dampfkraftanlagen, Kotflügel und Fahrzeugbeleuchtungen, Vulkanisier- apparate sowie Zentrifugen aller Art.

1916 begann Firmengründer Jörgen Skafte Rasmussen mit Experimenten zu einem Dampfkraftwagen, dessen Bezeichnung 'DKW' er sich schützen ließ. 1919 verlegte sich das in Zschopauer Motorenwerke umbenannte Unternehmen auf den Bau von kleinen Zweitaktmotoren, die ab 1922 die Grundlage für den Beginn einer erfolgreichen Motorradproduktion unter dem Markennamen 'DKW' bildeten. 1928 erschien der erste DKW Kleinwagen auf dem Markt.

 

Die Auto Union AG, Chemnitz

Am 29. Juni 1932 schlossen sich auf Initiative der Sächsischen Staatsbank die Audiwerke, die Horchwerke und die Zschopauer Motorenwerke - DKW zur Auto Union AG zusammen. Gleichzeitig wurde mit den Wanderer Werken ein Kauf- und Pachtvertrag zur Übernahme der Wanderer Automobilabteilung abgeschlossen. Sitz des neuen Konzerns wurde Chemnitz.

Die Auto Union AG war mit ihrer Gründung der zweitgrößte Kraftfahrzeugkonzern in Deutschland. Das Firmensignet zeigte vier ineinander ver-schlungene Ringe, die die unauflösbare Einheit der vier Gründerfirmen symbolisieren sollten. Die Markenbezeichnungen Audi, DKW, Horch und Wanderer wurden beibehalten. Jede der vier Marken erhielt innerhalb des Konzerns ein spezielles Marktsegment zugeordnet: DKW - Motorräder und Kleinwagen; Wanderer - Automobile der Mittelklasse; Audi - Automobile im gehobenen Mittelklassesegment; Horch - Luxusautomobile der Ober- klasse.

 

Die Auto Union GmbH, Ingolstadt

1945, nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, wurde die in der Sowjetischen Besatzungszone gelegene Auto Union AG enteignet. Führende Mitarbeiter des Unternehmens gingen daraufhin nach Bayern, wo 1949 in Ingolstadt mit der Auto Union GmbH eine neue Gesellschaft gegründet wurde, die die Kraftfahrzeugtradition der Vier Ringe fortführte. Zunächst waren es die bewährten DKW Produkte mit Zweitaktmotoren - Motorräder, Personenwagen und Kleintransporter - die im Zeichen der Vier Ringe wieder gebaut wurden.

1965 erschien ein neues Modell der Auto Union auf dem Markt, erstmals nach dem Krieg mit einem Viertaktmotor. Eine neue Ära begann und diese verlangte nach einer neuen Produktbezeichnung: der traditionsreiche Name Audi erlebte seine Wiederauferstehung. Wenig später verließen die letzten Zweitakt-DKWs die Produktionsbänder in Ingolstadt. Fortan wurden dort unter der Markenbezeichnung 'Audi' die neuen Modelle mit Viertaktmotor gebaut. Aber auch in anderer Hinsicht begann eine neue Ära. Seit 1965 gehört das Ingolstädter Unternehmen zum Volkswagen-Konzern.

 

NSU

Die Firma NSU ist 1873 in Riedlingen an der Donau von den beiden schwäbischen Mechanikern Christian Schmidt und Heinrich Stoll gegründet worden. Das Unternehmen siedelte sieben Jahre später nach Neckarsulm über. Gefertigt wurden in den ersten 20 Jahren Strickmaschinen.

1886 wurde die Neckarsulmer Strickmaschinenfabrik um eine Fahrrad- bauabteilung erweitert. Das Zweirad sollte von da an die Geschicke des Unternehmens bestimmen. 1901 begann bei NSU die Motorradproduktion, fünf Jahre später der Automobilbau. Das Herstellen von Fahrzeugen wurde jedoch 1929 zunächst wieder aufgegeben, um sich ganz der Zweirad- produktion zu widmen. Drei Jahrzehnte später nahm man 1958 den Automobilbau in Neckarsulm aber wieder auf.

Am 10. März 1969 kam es zur Fusion der Auto Union GmbH, Ingolstadt mit der NSU Motorenwerke AG, Neckarsulm. Rückwirkend zum 1. Januar war die neue Audi NSU Auto Union AG mit Sitz in Neckarsulm entstanden.

 

AUDI AG

Im März 1977 rollte der letzte NSU vom Band, fortan wurden nur noch Audi Automobile produziert. Es wurden Überlegungen angestellt, den 'unhandlichen' Firmennamen Audi NSU Auto Union AG griffiger zu gestalten. Das Unternehmen und seine Produkte sollten den gleichen Namen tragen. 1985 war es soweit: Aus der Audi NSU Auto Union AG wurde die AUDI AG. Zeitgleich mit der Umbenennung des Unternehmens erfolgte die Verlegung des Gesellschaftssitzes von Neckarsulm nach Ingolstadt.

Audi Tradition pflegt und präsentiert zusammen mit den beiden Traditionsgesellschaften Auto Union GmbH und NSU GmbH die umfangreiche und weitverzweigte Audi Historie. Das museum mobile am Standort Ingolstadt ist von Montag bis Sonntag von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos.

Audi ist ein weltweit operierender Entwickler und Produzent hochwertiger Automobile. Das Unternehmen fertigt in Deutschland, Ungarn, Brasilien, China und Südafrika. 2000 lieferte Audi mehr als 650.000 Fahrzeuge aus. Der Umsatz betrug rund 39 Mrd. DM (einschließlich der italienischen Vertriebstochter Autogerma). Im Audi Konzern sind rund 50.000 Mitarbeiter beschäftigt.



Markenprofile der Auto Union AG

 Horch

 Audi



  Wanderer

Die Wanderer Werke AG in Chemnitz verfügte über ein breit gestreutes Produktionsprogramm, welches über Fahrräder, Motorräder, Büromaschinen und Werkzeugmaschinen bis hin zum Automobil reichte.

Den Automobilbau hatte man bei Wanderer im Jahre 1913 mit einem Kleinwagen aufgenommen (Wanderer Puppchen). Mitte der 20er Jahre wurde die Modellpalette in Richtung Mittelklasse ausgebaut (Modellreihe W 10), um dann ab 1928 – einem allgemeinen Trend in der deutschen Automobilindustrie folgend – mit der Sechszylinder-Baureihe W 11 in die gehobene Mittelklasse vorzustoßen.

Wanderer Automobile galten als robust, zuverlässig und gut verarbeitet, wenngleich ihnen jeglicher Avantgardismus in Technik und Design fehlte.

Infolge der Weltwirtschaftskrise geriet auch der Wanderer Automobilbau in die roten Zahlen, während das Unternehmen in den anderen Sparten noch schwarze Zahlen schrieb. Folglich wurde die Automobilbauabteilung der Wanderer Werke AG in die seit 1930 laufenden Überlegungen zur Fusion der sächsischen Automobilhersteller mit einbezogen.

Während bei der Gründung der Auto Union AG im Jahre 1932 die Zschopauer Motorenwerke AG (aufnehmende Gesellschaft) das Aktienkapital der Audi Werke AG sowie der Horch Werke AG direkt übernahm, gesellte sich der vierte Ring, die Automobilbauabteilung der Wanderer Werke, durch Kauf bzw. Pacht hinzu. Die Wanderer Werke AG blieb weiterhin ein selbständiges und unabhängiges Unternehmen, das bis zum heutigen Datum existiert (Werkzeugmaschinenbau).

Innerhalb der Auto Union AG wurde der Marke Wanderer das Mittelklassesegment zugeteilt (Preise zwischen 3.875.- und 8.250.- Reichsmark). Die Konkurrenz in diesem Marktsegment war sehr stark. Hauptkonkurrenten waren Opel und Daimler-Benz.

Was die Stückzahlen und den Umsatz betraf, so rangierte die Marke Wanderer innerhalb der Auto Union an 2. Stelle hinter DKW. 1937 besaß die Auto Union AG mit 54.765 Automobilen einen Anteil von 25,3 Prozent an den gesamten Automobilzulassungen in Deutschland (216.538). 19,5 Prozent der Gesamtzulassungen entfielen auf die Automobile der Marke DKW (42.143), Wanderer Automobile machten einen Anteil von 4,7 Prozent (10.177) aus. Audi und Horch lagen jeweils unter einem Prozent.

Im Markenverbund der Auto Union legten die Wanderer Automobile mehr und mehr das Image des biederen Mittelklassewagens ab. So erschien 1936 der Wanderer W 51 und der sportliche Wanderer W 25 K Zweisitzer erstmals im modernen Auto Union Karosseriedesign, welches in den Jahren danach auch bei den Automobilen der anderen Marken seine Umsetzung fand.


  DKW

Am 29. Juni 1932 wurde die Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz gegründet. Dabei handelte es sich um den Zusammenschluß von vier bis dahin unabhängigen Unternehmen:

- Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG (DKW), Zschopau

- Audiwerke AG, Zwickau (seit 1928 bereits im Besitz von J. S. Rasmussen)

- Horchwerke AG, Zwickau

- Automobilabteilung der Wanderer Werke AG, Chemnitz

Aus juristischen Gründen wurde die Zschopauer Motorenwerke AG zur aufnehmenden Gesellschaft. Zudem war die Hauptverwaltung der Auto Union AG zwischen 1932 und 1936 im Verwaltungsgebäude der Zschopauer Motorenwerke (nunmehr Auto Union, Werk DKW, Zschopau) untergebracht, bevor dann im Jahre 1936 ein neues Verwaltungsgebäude in Chemnitz bezogen wurde.

So wichtig, wie Jörgen Skafte Rasmussen und seine Zschopauer Motorenwerke für die Gründung der Auto Union AG waren, so wichtig waren auch die DKW Produkte für die wirtschaftliche Entwicklung des neuen Unternehmensverbundes. Die DKW Motorräder und Automobile mit ihren typischen Zweitaktmotoren bedienten das untere Marktsegment (Preisklasse zwischen 345.- und 3.400.- Reichsmark) und bildeten die Volumenmodelle der Auto Union. So wurden z. B. von den DKW Automobilen mit Frontantrieb in den Jahren 1938 und 1939 bis zu 4.800 Stück pro Monat gefertigt.

Die DKW Motorräder wurden in so großen Stückzahlen gebaut, daß die Auto Union mit ihrem DKW Werk in Zschopau 1937 mit 55.470 produzierten Motorrädern zum größten Motorradhersteller der Welt avancierte.

Ein weiterer wichtiger Produktionszweig waren die DKW Stationärmotoren, die in einer unglaublich breiten Palette angeboten wurden und vielfältig einsetzbar waren (Land- wirtschaft, Straßenbau, Feuerwehr, Militär und Behörden).

DKW Produkte galten als einfach, zweckmäßig, zuverlässig, wirtschaftlich, langlebig und leistungsfähig. In technischer Hinsicht erwies sich das Zschopauer Unternehmen als innovativer Pionier auf dem Gebiet des Zweitaktmotors, des Frontantriebs und des Karosseriebaus (Holz- und Kunststoffkarosserien). Dieser Pioniergeist beseelte auch das Innovationspotential der Auto Union AG, die ab 1936 in Chemnitz ein Zentrales Konstruktionsbüro (ZKB) und eine Zentrale Versuchsanstalt (ZVA) für alle Marken der Auto Union einrichtete.

Wie bei keiner anderen Marke innerhalb der Auto Union kultivierte man bei DKW die Verbundfertigung von Automobilen: die Motoren entstanden im Stammwerk Zschopau, die Karosserien wurden im DKW Karosseriewerk Berlin-Spandau gefertigt, wo auch der Bau der Vierzylinder-Modelle mit Heckantrieb vorgenommen wurde. Die Montage der Frontantriebs-Modelle erfolgte im Zwickauer Audi-Werk. Die hierzu notwendige logistische Leistung war für damalige Zeiten äußerst beachtlich.

Mit der Marke DKW, deren Hauptkonkurrent in den 30er Jahren Opel war, besaß die Auto Union ein Potential, mit dem man ganz bewußt der zu erwartenden Konkurrenz durch den KdF-Wagen (Volkswagen) etwas Ebenbürtiges (DKW F 9) entgegensetzen wollte. Damit wäre die Auto Union das einzige Automobilunternehmen in Deutschland gewesen, das rechtzeitig eine Antwort auf den VW Käfer parat gehabt hätte.

Nach dem Krieg war es die Marke DKW, mit der die in Westdeutschland neu gegründete Auto Union GmbH an den Standorten Ingolstadt und Düsseldorf im Kraftfahrzeugbau wieder Fuß fassen konnte.



Auto Union-Veteranen-Club e.V. - Entenhof 18 - 72768 Reutlingen
Tel. 07121 1363456


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