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Internationales Jahrestreffen 2008 & 2009

News und Nachlesen
 

Nachlese zum 35. Internationales Auto Union Veteranen Treffen in Zwickau vom 24. bis 27. Juli 2008

Vier Tage Jahrestreffen am Stück. Eine schöne Idee für den, der die Zeit dafür hat. Der Autor dieser Zeilen hat sie leider nicht und bricht erst am späten Donnerstagabend per VW-Bus in Begleitung dreier Kollegen nach Zwickau auf. Ab Hof scheinen wir die Wettergötter erzürnt zu haben; Regen aus allen Himmelsrichtungen und fernes Wetterleuchten lassen unschöne Erinnerungen an das verhagelte Treffen in Steckborn aufkommen. Zwei Staus im westsächsischen Niemandsland tragen ebenfalls nicht zur Hebung der Moral bei. Nach dem Abenteuer, den Bus in eine gefühlsmäßig viel zu niedrige und enge Tiefgarage des Hotels gepresst zu haben, entschädigt mitternächtliche tschechische Küche beim "Wenzel" für die Strapazen und nach dem letzten Schlummertrunk lässt auch der Regen nach.

Am Freitagmorgen füllt sich der Parkplatz der Festhalle zusehends mit DKWs, außerdem hat inzwischen eine wundersame Wetterwandlung eingesetzt. Ab den späten Vormittagsstunden brät man munter in der Sonne vor sich hin. Wie üblich wird gleich Benzin geredet und Politik gemacht und hier fällt das größte Manko der Festhalle auf. Es gibt im Freien keine Sitzgelegenheiten, Schatten, Bewirtschaftung geschweige denn Toiletten. Eine Würstchenbude mit Getränkeausschank hätte vor Ort den Verdienst ihres Lebens machen können! Hier nochmals Dank an Ralf Kopmann, der, dutzender Beschwerden am Stand des DKW Motorrad-Club überdrüssig, einen Mitarbeiter der Haustechnik bewegt hat, die Türen zum Foyer der Festhalle zu öffnen.

Auch der Freitagabend endet mit einem "Absacker" in der Innenstadt. Am Samstag dann wieder kleine Augen und zeitversetzter Anmarsch zum Festplatz. Dort herrscht inzwischen hektische Betriebsamkeit und eine Verkehrsampel unmittelbar nach dem Start sorgt für Kolonnenbildung.

Bei der Startaufstellung herrscht im wahrsten Sinne dicke Luft; vor uns brennt eine DKW Sonderklasse 4=8 Jahrzehnte alte Ölkohleablagerungen aus und lässt uns aus Überlebenstrieb bei Tropentemperaturen alle Luken am Monza dicht machen. An der Zwickauer Peripherie ist dieses Räuchermännchen dann allerdings schnell Geschichte. Wie mein Pilot nach einer röhrenden Bergaufpassage im bodennahen Tiefflug frei nach Walter Röhrl so schön formuliert "mei, hab' ich den jetzt dahergedemütigt". Es ist eine Freude, ihm die Abzweigungen und eventuelle Hindernisse wie Kleingetier oder Mopedfahrer anzusagen und so fliegen wir, über uns von etlichen Veranstaltungen sattsam bekannte Strecken, förmlich Zschopau entgegen. Resultat: Mittagsrast kurz nach 10 Uhr! Die wenigen Sonnenschirme sind schnell belegt, bei der inzwischen herrschenden Gluthitze kommt wenigstens der Pächter der Tankstelle auf seine Kosten. Noch nie hat ein Eis aus der Tiefkühltruhe so gut geschmeckt.

Der Vorstand muß wohl Unrat gewittert haben, die Gulaschkanone ist schon angeheizt und so kann, wer das um diese Zeit will, ein spätes Frühstück oder ein warmes Mittagessen einnehmen. Bei der Berechnung der Reiseschnitte ist der veranstaltende Motorsportclub wohl davon ausgegangen, daß alle Teilnehmer im Bummeltempo die Landschaft genießen würden. Dem ist nicht so und so füllt sich der Parkplatz am ehemaligen DKW-Werk in Windeseile. Die Kilometrierung im anspruchsvollen roadbook deckt sich oft nicht mit den straßenbaulichen Gegebenheiten und die Motorradfahrer verfluchen den Papierkram im Tankrucksack. Die bewährten Symbole "Kreis, Quadrat und Dreieck" oder Hinweispfeile sind zwar nicht so sportlich und müssen nach der Veranstaltung auch wieder eingesammelt werden, dafür haben es vor allem die Zweiradler viel einfacher.

Auf dem schmalen Sträßchen Richtung Klaffenbach lassen sich die unterschiedlichsten Fahrstile ebenso studieren wie das manchem Fahrer eigene Gottvertrauen in die Reaktionsgeschwindigkeit des Gegenverkehrs. So geschehen bei einem tief in den Federn hängenden blauen 1000 S de Luxe mit Damenbesatzung, der die Mittellinie zum Leitstrahl auserkoren hat. Gottlob hatten die zuvor aus der Gegenrichtung ausgeschwärmten Motorradfahrer gerade Pause. Der Weg von Chemnitz zurück nach "Zwicke" entbehrt größerer geographischer Reize und wird, wie gehabt, unter voller Ausnutzung der Motorleistung und mehrfacher Annäherung an den physikalischen Grenzbereich zurückgelegt.

Der nachmittägliche Teilemarkt bietet für jeden etwas; die Teilnahme vier verschiedener DKW-Clubs im Rahmen des ACI-Spartentreffens sorgt für ein reiches Angebot an Teilen, vor allem für Vorkriegswagen und IFAs. Leider fehlen Getränkebude und Sitzgelegenheiten – das hatten wir schon weiter oben – daher löst sich die Versammlung recht schnell auf. Die einen suchen Abkühlung im klimatisierten Hotel, andere sieht man in den Cafés am Straßenrand oder im August-Horch-Museum.

Abends dann die Gala in der Stadthalle, klimatisiert, mit schnellem und aufmerksamen Service und hervorragendem Essen in Hülle und Fülle. Einzig die Lichteffekte der Discokugeln sind gewöhnungsbedürftig und lassen am kalten Büffet Salat und Fisch sehr ungesund aussehen – warum gerade dort Grünlicht strahlen muß bleibt ein Rätsel. Beim Nachtisch ist leider schnell "Ebbe", nur ein wenig Obst hat als Anstandshappen überlebt; schade!

Vor dem Abendessen finden die obligaten Reden und eine Tombola statt. Die Ansprache des Zwickauer Bürgermeisters zeigt, wie sehr man sich in Stadt und Region der Auto Union verbunden fühlt. Während des gesamten Treffens hatte man nirgends das Gefühl, hier nicht willkommen zu sein. Die begleitende Musik ist von der Lautstärke dezent, von Art und Auswahl eher gewöhnungsbedürftig und so leert sich die Festhalle doch recht früh.

Am Sonntagmorgen sind auf dem Festplatz viele Fahrzeuge schon verladen. Einige Meter vom Trubel entfernt bietet dafür ein holländischer Schnellaster mit dösenden Wachhunden, auf dem Platz verteilten Stühlen und Tischen sowie beim Frühstück zeitunglesender Besatzung ein Bild tiefsten sommerlichen Friedens. Bei den morgendlichen Gesprächen vergeht die Zeit wie im Flug und gegen Mittag sind die meisten Teilnehmer schon wieder auf der Autobahn in Richtung Heimat unterwegs.

                                                                 ***     Bilder zum vergrößern bitte anklicken     ***


Wichtiger Hinweis! Sollten Sie Einwände gegen die Veröffentlichung eines der hier gezeigten Fotos haben, wenden sie sich bitte an den AUVC. Nähere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Online-Kontakt.


























 

Nachlese zum 36. Int. Jahrestreffen des AUVC am Timmendorfer Strand an der Ostsee vom 10. bis 12. Juli 2009

Vom 10. bis 12.. Juli 2009 fand das 36. Internationale Auto Union Veteranen Treffen in Timmendorfer Strand an der Ostsee statt. Uwe Lange hatte, zusammen mit den Mitgliedern des Hamburger Stammtisches, das bislang nördlichste deutsche AUVC Treffen organisiert.

Zentraler Punkt der gesamten Veranstaltung war das Maritim Seehotel, dessen Mannschaft unter Direktor Carbuhn den AUVC und seine Mitglieder auf jede nur erdenkliche Weise unterstützte. Die Ausarbeitung der zwei wunderschönen Fahrtrouten, der umfangreichen touristischen Anmerkungen und des unterwegs zu beantwortenden Fragenkatalogs lag in den Händen der Timmendorfer Agentur Strandgut-Erlebnistouristik, namentlich von deren Inhaberin Frau Marion Wegener, die eine hervorragende Arbeit geleistet hat.

Mit knapp 190 teilnehmenden Fahrzeugen war dieses Jahrestreffen kleiner ausgefallen als erwartet und gewohnt, sicherlich auch geschuldet der Terminkollision mit dem DKW-Treffen in Garitz, den noch nicht in allen Bundesländern eingeläuteten Schulferien und den kurz darauf anstehenden Feiern zum hundertsten Audi-Geburtstag in Ingolstadt. Die Teilnehmer konnten dafür die Stimmung längst vergangener Veranstaltungen aus der Frühzeit des Clubs mit familiärer Atmosphäre wiedererleben, die bei manchem "Mega-Event" der vergangenen Jahre abhanden gekommen ist.

Für die Teilnehmer stand neben den Parkplätzen des Hotels ein nahegelegener Großparkplatz der Eissporthalle zur Verfügung, der im Schichtbetrieb von Zerberus Lange und "den Hamburgern" mit Zähnen und Klauen gegen Fremdparker verteidigt wurde, moralisch und leiblich versorgt durch eine Imbiß- und Getränkebude, die während aller drei Tage zur Verfügung stand.

Am Samstagmorgen füllte sich der Platz mit Autos und Motorrädern aus aller Herren Ländern, wobei naturgemäß die DKW-Fraktion das Gros der Teilnehmer stellte. Das norddeutsche Flachland lockte viele Vorkriegsfahrzeuge aus der Reserve – wann hat man schon einmal Gelegenheit bei einem Treffen in bergigeren Gefilden bis in den dritten Gang zu gelangen? Auch ein Horch und ein Wanderer wurden gesichtet, ein Vorkriegs-Audi fehlte leider, dafür waren einige schöne Vertreter der Marke aus den sechziger und siebziger Jahren am Start.

Die Route wurde in zwei entgegengesetzte Richtungen befahren um den Troß zu entzerren, was für die erste Gruppe eine um eine Stunde frühere Startzeit bedeutete. Überhaupt kam der Start um 10 Uhr den Langschläfern unter den Mitgliedern sehr gelegen, auch wenn manche Teilnehmer anschließend die Ausfahrt in einem Tempo hinter sich brachten, als gelte es, einen Pokal für die flotteste Rundfahrt zu gewinnen.

Für die Mittagsrast hatte das Maritim Hotel auf Gut Sierhagen das Catering übernommen. Auf dem riesigen Gut gab es für diesen Zweck eine umgebaute Stallung mit einer doppelt bestückten Buffettheke. Verhungert ist hier mit Sicherheit niemand! Pefiderweise zählte zu den unterwegs zu absolvierenden Übungen auch eine Fahrzeugwaage, vor deren Befahren der Chauffeur das möglichst genaue Gewicht von Wagen und Inhalt schätzen sollte. Einigen Teilnehmern gelang das auch Kilogrammgenau, anderen lagen um über eine Tonne daneben! Ob das mit dem voangegangenen Mittagessen zu tun hatte?

Die Ausfahrt machte auch in Cismar Station, der Heimat des Mitbegründers der Auto Union AG und des Initiators der Nachkriegsneugründung in Ingolstadt, Dr. Richard Bruhn. Sein Wirken ist in der Region noch gegenwärtig und es war ein besonderes Erlebnis, am Sonntagmorgen bei der Fahrzeugausstellung auf dem Parkplatz des ETC mit Nachbarn von Dr. Bruhn sprechen zu können, die ihn bei seinen zahlreichen Besuchen in der Heimat erlebt hatten.

Auf Gut Wintershagen und auf Gut Hasselburg wurden den Teilnehmern Einblicke zuteil, die ansonsten unmöglich sind. Ein barockes Treppenhaus, dessen Besichtigung der Gutsherr spontan und außerplanmäßig ermöglichte, erinnerte in seiner Gestaltung an die Würzburger Residenz – ein einmaliges Erlebnis im Rahmen dieses Jahrestreffens!

Der obligatorische Ersatzteilemarkt, diesmal in kleinerem Maßstab, eher aus dem Koferraum heraus, beschloß die samstägliche Ausfahrt. Per Staffette wurden währenddessen die blauen und roten Bordkarten zur Auswertung ins Hotel gebracht. Alfred und Hannelore Glättli vom Hamburger Stammtisch zählten die Fehlerpunkte zusammen und werteten die Ergebnisse in einem selbst erstellten Programm aus. Pünktlich zur Abendveranstaltung standen die Ergebnisse aller vier Fahrzeugklassen bereit – hierfür auch auf diesem Weg nochmals herzlichen Dank!

Im großen Saal des Maritim Seehotels ging am Samstagabend das Galadinner über die Bühne; mit kleiner Ansprache, riesengroßem Buffet, Siegerehrung und Pokalvergabe. Schon lange wurde nicht mehr so viel getanzt, wie an diesem Abend, die letzten Gäste saßen bis lange nach Mitternacht zusammen.


                                                                 ***     Bilder zum vergrößern bitte anklicken     ***


Fotos von Alfred Glättli.

Wichtiger Hinweis! Sollten Sie Einwände gegen die Veröffentlichung eines der hier gezeigten Fotos haben, wenden sie sich bitte an den AUVC. Nähere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Online-Kontakt.































Auto Union-Veteranen-Club e.V. - Entenhof 18 - 72768 Reutlingen
Tel. 07121 1363456


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