Vom 10. bis 12.. Juli 2009 fand das 36. Internationale Auto Union Veteranen Treffen in Timmendorfer Strand an der Ostsee statt. Uwe Lange hatte, zusammen mit den Mitgliedern des Hamburger Stammtisches, das bislang nördlichste deutsche AUVC Treffen organisiert.
Zentraler Punkt der gesamten Veranstaltung war das Maritim Seehotel, dessen Mannschaft unter Direktor Carbuhn den AUVC und seine Mitglieder auf jede nur erdenkliche Weise unterstützte. Die Ausarbeitung der zwei wunderschönen Fahrtrouten, der umfangreichen touristischen Anmerkungen und des unterwegs zu beantwortenden Fragenkatalogs lag in den Händen der Timmendorfer Agentur Strandgut-Erlebnistouristik, namentlich von deren Inhaberin Frau Marion Wegener, die eine hervorragende Arbeit geleistet hat.
Mit knapp 190 teilnehmenden Fahrzeugen war dieses Jahrestreffen kleiner ausgefallen als erwartet und gewohnt, sicherlich auch geschuldet der Terminkollision mit dem DKW-Treffen in Garitz, den noch nicht in allen Bundesländern eingeläuteten Schulferien und den kurz darauf anstehenden Feiern zum hundertsten Audi-Geburtstag in Ingolstadt. Die Teilnehmer konnten dafür die Stimmung längst vergangener Veranstaltungen aus der Frühzeit des Clubs mit familiärer Atmosphäre wiedererleben, die bei manchem "Mega-Event" der vergangenen Jahre abhanden gekommen ist.
Für die Teilnehmer stand neben den Parkplätzen des Hotels ein nahegelegener Großparkplatz der Eissporthalle zur Verfügung, der im Schichtbetrieb von Zerberus Lange und "den Hamburgern" mit Zähnen und Klauen gegen Fremdparker verteidigt wurde, moralisch und leiblich versorgt durch eine Imbiß- und Getränkebude, die während aller drei Tage zur Verfügung stand.
Am Samstagmorgen füllte sich der Platz mit Autos und Motorrädern aus aller Herren Ländern, wobei naturgemäß die DKW-Fraktion das Gros der Teilnehmer stellte. Das norddeutsche Flachland lockte viele Vorkriegsfahrzeuge aus der Reserve – wann hat man schon einmal Gelegenheit bei einem Treffen in bergigeren Gefilden bis in den dritten Gang zu gelangen? Auch ein Horch und ein Wanderer wurden gesichtet, ein Vorkriegs-Audi fehlte leider, dafür waren einige schöne Vertreter der Marke aus den sechziger und siebziger Jahren am Start.
Die Route wurde in zwei entgegengesetzte Richtungen befahren um den Troß zu entzerren, was für die erste Gruppe eine um eine Stunde frühere Startzeit bedeutete. Überhaupt kam der Start um 10 Uhr den Langschläfern unter den Mitgliedern sehr gelegen, auch wenn manche Teilnehmer anschließend die Ausfahrt in einem Tempo hinter sich brachten, als gelte es, einen Pokal für die flotteste Rundfahrt zu gewinnen.
Für die Mittagsrast hatte das Maritim Hotel auf Gut Sierhagen das Catering übernommen. Auf dem riesigen Gut gab es für diesen Zweck eine umgebaute Stallung mit einer doppelt bestückten Buffettheke. Verhungert ist hier mit Sicherheit niemand! Pefiderweise zählte zu den unterwegs zu absolvierenden Übungen auch eine Fahrzeugwaage, vor deren Befahren der Chauffeur das möglichst genaue Gewicht von Wagen und Inhalt schätzen sollte. Einigen Teilnehmern gelang das auch Kilogrammgenau, anderen lagen um über eine Tonne daneben! Ob das mit dem voangegangenen Mittagessen zu tun hatte?
Die Ausfahrt machte auch in Cismar Station, der Heimat des Mitbegründers der Auto Union AG und des Initiators der Nachkriegsneugründung in Ingolstadt, Dr. Richard Bruhn. Sein Wirken ist in der Region noch gegenwärtig und es war ein besonderes Erlebnis, am Sonntagmorgen bei der Fahrzeugausstellung auf dem Parkplatz des ETC mit Nachbarn von Dr. Bruhn sprechen zu können, die ihn bei seinen zahlreichen Besuchen in der Heimat erlebt hatten.
Auf Gut Wintershagen und auf Gut Hasselburg wurden den Teilnehmern Einblicke zuteil, die ansonsten unmöglich sind. Ein barockes Treppenhaus, dessen Besichtigung der Gutsherr spontan und außerplanmäßig ermöglichte, erinnerte in seiner Gestaltung an die Würzburger Residenz – ein einmaliges Erlebnis im Rahmen dieses Jahrestreffens!
Der obligatorische Ersatzteilemarkt, diesmal in kleinerem Maßstab, eher aus dem Koferraum heraus, beschloß die samstägliche Ausfahrt. Per Staffette wurden währenddessen die blauen und roten Bordkarten zur Auswertung ins Hotel gebracht. Alfred und Hannelore Glättli vom Hamburger Stammtisch zählten die Fehlerpunkte zusammen und werteten die Ergebnisse in einem selbst erstellten Programm aus. Pünktlich zur Abendveranstaltung standen die Ergebnisse aller vier Fahrzeugklassen bereit – hierfür auch auf diesem Weg nochmals herzlichen Dank!
Im großen Saal des Maritim Seehotels ging am Samstagabend das Galadinner über die Bühne; mit kleiner Ansprache, riesengroßem Buffet, Siegerehrung und Pokalvergabe. Schon lange wurde nicht mehr so viel getanzt, wie an diesem Abend, die letzten Gäste saßen bis lange nach Mitternacht zusammen.
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